Europäische Vorschriften für Bauprodukte

Richtlinie für Bauprodukte

Die Richtlinie für Bauprodukte gewährleistet den freien Handel mit allen Bauprodukten innerhalb der Europäischen Union. Mit der Richtlinie für Bauprodukte wurde eine gemeinsame „Fachsprache“ aus harmonisierten Normen und europäischen technischen Zulassungen eingeführt, in der die Hersteller die Eigenschaften der von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte bezeichnen können.

Der Geltungsbereich der Richtlinie befasst sich überwiegend mit der Sicherheit von Bauten, begrenzt auf regulierte Aspekte und wird in sechs grundlegende Anforderungen an Bauwerke unterteilt:
  1. Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
  2. Vorbeugender Brandschutz
  3. Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
  4. Nutzungssicherheit
  5. Schallschutz
  6. Energieeinsparung und Wärmeschutz
Die Bauproduktenverordnung tritt am 1. Juli 2013 in Kraft und ersetzt dann die Richtlinie über Bauprodukte. Die CE-Kennzeichnung ist ab diesem Zeitpunkt für jeden Mitgliedsstaat vorgeschrieben, eine weitere wichtige Anforderung kommt hinzu:

7. Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Die Richtlinie für Bauprodukte (89/106/EWG) schreibt die CE-Kennzeichnung von Produkten vor, um deren Übereinstimmung mit den EU-Normen zu gewährleisten.

CE-Kennzeichen

CE ist die Abkürzung für die französische Bezeichnung „Conformité Européenne“ (Europäische Konformität). Es handelt sich dabei um ein vorgeschriebenes Konformitätszeichen für Produkte, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in Verkehr gebracht werden.

Wenn ein Produkt das CE-Kennzeichen trägt, gewährleistet der Hersteller, dass das Produkt den wesentlichen Anforderungen der relevanten EU-Richtlinie entspricht. 

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https://ec.europa.eu/growth/single-market/ce-marking_en


ETZ

Eine europäische technische Zulassung (ETZ) für ein Bauprodukt ist eine technische Bewertung eines Produktes bezüglich seiner Eignung für einen bestimmten Nutzungszweck. Eine ETZ kann erteilt werden, wenn es für ein Bauprodukt keine relevante harmonisierte Norm gibt. Mit der ETZ darf der Hersteller seine Produkte CE-kennzeichnen.

Nach ihrer Erteilung gilt die europäische technische Zulassung für fünf Jahre in allen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

Ab 1. Juli 2013 wird die europäische technische Zulassung durch die europäische technische Bewertung ersetzt. 

Weitere Infos  >>

https://www.eota.eu/en-GB/content/home/2/185/

EG-Konformitätserklärung

Das CE-Kennzeichen ist die externe Verifikation der vom Hersteller abgegebenen EG-Konformitätserklärung.
Mit einer EG-Konformitätserklärung gibt der Hersteller die erforderliche Übereinstimmungserklärung für seine Produkte bekannt. Wird ein Produkt in der EU in Verkehr gebracht, muss ab diesem Zeitpunkt die Konformitätserklärung den Behörden vorliegen. Die Erklärung muss verfasst sein entweder:
  • vom Hersteller oder
  • von einem in der Europäischen Gemeinschaft bevollmächtigten Vertreter des Herstellers

Ab 1. Juli 2013 wird die EG-Konformitätserklärung in Leistungserklärung umbenannt. Mit dem neuen strukturierten Aufbau dieser Erklärung werden Informationen über die Eigenschaften der Produkte mit CE-Kennzeichen gemäß einer harmonisierten Norm (hEN) oder einer europäischen technischen Zulassung (ETZ) bereitgestellt.

Mit der Leistungserklärung übernimmt der Hersteller die Verantwortung dafür, dass das Bauprodukt auch der erklärten Leistung entspricht. 

Weitere Infos >>

https://ec.europa.eu/growth/sectors/construction/product-regulation/performance-declaration_en

Produkte mit CE-Kennzeichen können im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum vermarktet werden. Gütesiegel sind nicht mit dem CE-Kennzeichen gleichzusetzen.

Die Produktanforderungen und Bauvorschriften sind in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich. Selbst wenn ein Produkt ein CE-Kennzeichen trägt, ist es möglicherweise in einem anderen Mitgliedsstaat für eine bestimmte Anwendung oder Nutzung nicht geeignet, auch wenn die CE-Kennzeichnung erlaubt, das Produkt in anderen Mitgliedsstaaten in Verkehr zu bringen.

Es liegt in der Verantwortung der Planer, Bauunternehmen und der örtlichen Baubehörden, sicherzustellen, dass ein Produkt die erforderlichen Eigenschaften für eine bestimmte Anwendung erfüllt. Durch die Wahl eines Produktes mit CE-Zeichen kann sich ein Planer darauf verlassen, dass der Hersteller für die Qualität des Produktes bzw. des Services verantwortlich ist.

Eurocodes

Eurocodes sind europäische Vorschriften für die Bauplanung von Bauwerken im Hoch- und Tiefbau. Mit den Vorschriften soll die bauliche Sicherheit verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bauindustrie gestärkt werden.

  • EN1990 Eurocode 0: Grundlagen der Tragwerksplanung
  • EN1991 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke
  • EN1992 Eurocode 2: Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken
  • EN1993 Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten
  • EN1994 Eurocode 4: Bemessung und Konstruktion von Verbundtragwerken aus Stahl und Beton
  • EN1995 Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten
  • EN1996 Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten
  • EN1997 Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik
  • EN1998 Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben
  • EN1999 Eurocode 9: Berechnung und Bemessung von Aluminiumkonstruktionen

Mit den Eurocodes sollen in den verschiedenen europäischen Regionen einheitliche Bemessungsregeln für das Bauwesen eingeführt werden. Außerdem wird durch einheitliche Planungsverfahren die Kommunikation zwischen Planern, Behörden und Bauherren vereinfacht.

Weitere Infos >>

http://eurocodes.jrc.ec.europa.eu/showpage.php?id=1