Dauerhaftigkeit

Im EU Guidance Paper F für die Bauproduktenverordnung wird Dauerhaftigkeit wie folgt definiert: „Die Dauerhaftigkeit eines Produkts ist die Fähigkeit, seine erforderliche Leistung über einen bestimmten oder längeren Zeitraum unter dem Einfluss vorhersehbarer Einwirkungen beizubehalten. Bei normaler Instandhaltung muss ein Produkt gewährleisten, dass die geplanten und ausgeführten Arbeiten die Basisanforderungen an Bauwerke für einen wirtschaftlich vernünftigen Zeitraum erfüllen.“

Die Dauerhaftigkeit ist somit von der Anwendung des Produkts und seinen Einsatzbedingungen abhängig. Die Bewertung der Dauerhaftigkeit kann sich auf das Produkt als Ganzes oder auf seine Leistungseigenschaften insofern beziehen, dass diese eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der Basisanforderungen an Bauwerke spielen. In beiden Fällen wird davon ausgegangen, dass die Leistung des Produkts während seiner gesamten Nutzungsdauer im Verhältnis zu seiner Anfangsleistung auf einem akzeptablen Niveau bleibt.

 

Alterung

Als Alterung wird die langfristige langsame Veränderung der Eigenschaften im Laufe der Zeit bezeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit mit gleichzeitig hohen Temperaturen kann sich auf die mechanischen Eigenschaften von Mineralwolle auswirken. Unter solchen extremen Bedingungen können sich die Festigkeitseigenschaften verschlechtern, was auch messbar ist.

 

Dimensionsstabilität bei Last-, Temperatur- und Feuchtigkeitseinwirkungen

Dimensionsstabilität bedeutet, dass sich ursprüngliche Größe und Dicke des Materials im Laufe der Zeit nicht ändern. Diese Eigenschaft wird gemäß der Norm EN 1604 geprüft (Prüfung: 48 Std. bei 23 °C, 90% Luftfeuchtigkeit; max. zulässige Veränderung von 1%).

Die Dimensionsstabilität ist für die gedämmte Konstruktion über die gesamte Nutzungsdauer wichtig. Die Anforderungen gelten entweder für die Dimensionsstabilität bei einer konstanten Temperatur (EN 1604) oder innerhalb eines Temperatur- und Luftfeuchtigkeitszyklus (EN 1603). Bei einer belasteten Konstruktion ist es wichtig, ein Dämmprodukt mit guter langfristiger Dickenbeständigkeit zu wählen (EN 1606).

Dimensionsänderungen in Materialien werden durch ihre Wärmeausdehnungskoeffizienten beeinflusst. Sie definieren, wie Materialien beim Abkühlen schrumpfen oder sich beim Erwärmen ausdehnen. Nahezu alle Materialien haben einen Ausdehnungskoeffizienten, der von der chemischen Zusammensetzung des Materials abhängig ist.

Steinwolle ist ein anorganisches Material, dessen Form und Abmessungen unter allen Bedingungen unverändert bleibt.


Beständigkeit gegenüber Alkalität und Chemikalien

Für Dämmprodukte sollte angegeben werden, dass sie mit anderen Produkten in der Konstruktion kompatibel sind. Sie müssen resistent gegen Alkalität beim Kontakt mit Beton sein und gegen alle Chemikalien, die für die Wasserbeständigkeit, Verklebung usw. verwendet werden.

Die Alkalibeständigkeit ist eine extrem wichtige Eigenschaft bei Dämmmaterialien, die in Dünnputzanwendungen verwendet werden, wo der Putz direkt auf die Oberfläche der Dämmung aufgetragen wurde.

 

  • Steinwolle ist hochgradig alkalibeständig.

 

UV-Strahlung während der Montage

Während der Bauphase sind Dämmprodukte der UV-Strahlung ausgesetzt. Ein typischer Fall hierfür ist ein Wärmedämm-Verbundsystem, bei dem zuerst die Fassade eines Gebäudes gedämmt wird und dabei die Oberfläche des Dämmmaterials der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Der Putz wird dann innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens aufgetragen. Die Dämmung muss der UV-Strahlung ohne jegliche Leistungsverschlechterung standhalten.

Die nachfolgende Tabelle enthält die Standardprüfverfahren für die Dauerhaftigkeit.

Eigenschaft Standardprüfverfahren Mineralwolledämmung Einblasdämmung vor Ort 
Dimensionsstabilität bei konstanter Temperatur
   x  
Dimensionsstabilität bei Temperatur- und Feuchtigkeitseinwirkungen
   x  
Langfristige Dickenbeständigkeit      
Chemische Beständigkeit
   x  x
UV-Strahlung
   x  
Dauerhaftigkeit von Sandwich-Paneelen
EN 14509
DUR 1
DUR 2
 x