Sicherheit von Mineralfasern

EUCEB-Zertifizierung

Die Gefahren von Mineralfasern (Glaswolle und Steinwolle) für Menschen wurden von unabhängigen medizinischen Sachverständigen und Wissenschaftlern sorgfältig untersucht. 

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) gehört der Weltgesundheitsorganisation an. Sie hat Mineralwolle gemäß der EU-Richtlinie 97/69/EG eingestuft. Dabei wird bestätigt, dass biolösliche Mineralfasern frei von Krebsverdacht sind. 

Die EU-Richtlinie 97/69/EG wurde im Dezember 1998 erlassen. Diese Richtlinie definiert die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen für Produkte mit anorganischen Mineralfasern. In der Richtlinie wird die Karzinogenität (Potential von Stoffen krebserregend sein zu können) dieser Produkte in folgende Kategorien unterteilt: 

 Kategorie  Einstufung Karzinogenität Beispiele für die Kategorie 
 1 Für den Menschen krebserregend Asbest
 2 Wahrscheinlich krebserregend Keramikfaser
 3 Möglicherweise krebserregend Nicht untersuchte Dämmwolle
 4 Kann nicht als krebserregend eingestuft werden PAROC Steinwolleprodukte
 
In der Anmerkung Q der europäischen Richtlinie 97/69/EG wird festgehalten, dass Mineralwolle, die gemäß der EU-Einstufung hergestellt wird, innerhalb eines legitimen zeitlichen Intervalls im menschlichen Körper abgebaut und damit als „nicht krebserregend eingestuft“ werden kann. Damit wird für diese Produkte eine Krebserregungs-Gefahr seitens der EU ausgeschlossen. Zur Erfüllung dieser Auflagen bezüglich der Biolöslichkeit hat PAROC die chemische Zusammensetzung der PAROC Steinwollfasern entsprechend der EU-Norm angepasst. Für die Überprüfung der Einhaltung dieser Richtlinie ist das „European Certification Board for Mineral Wool“ (EUCEB) zuständig. Erfüllen Fasern alle Freistellungskriterien der EU, befähigt das EUCEB den Produzenten, das EUCEB-Zeichen auf seiner Verpackung zu platzieren. Dieses Zeichen kann der Verbraucher als Nachweis dafür verstehen, dass das ihm vorliegende Mineralwollprodukt aus Fasern besteht, die gemäß der europäischen Richtlinien als nicht krebserregend eingestuft werden. 

Das EUCEB Quality Board besteht aus unabhängigen Fachleuten und stellt sicher, dass Tierversuche gemäß den europäischen Protokollen durchgeführt wurden, die Ergebnisse den in Nota Q der EU-Richtlinie 97/69/EG aufgeführten Kriterien für Biopersistenz entsprechen und dass die chemische Zusammensetzung der hergestellten Fasern im gleichen Bereich liegt wie bei den getesteten Fasern. 

PAROC ist Mitglied des EUCEB und darf das EUCEB-Zeichen in allen Produktionsstätten - Finnland, Schweden, Polen und Litauen - verwenden. Alle EU-Mitgliedsstaaten haben die EU-Richtlinie in ihrer innerstaatlichen Gesetzgebung umgesetzt. 

RAL-Gütezeichen

In Deutschland ist seit Juni 2000 ein Verbot für den Handel, die Herstellung und Verwendung von biopersistenten künstlichen Mineralfasern für die Wärme- und Schalldämmung in Gebäuden und für die technische Isolierung in Kraft. Diese Verordnung zur Änderung chemikalienrechtlicher Verordnungen enthält eine Freistellungsregelung für biolösliche Fasern, die den Freistellungskriterien der deutschen Gefahrstoffverordnung entsprechen. Solche biolöslichen Fasern sind somit gemäß der Verordnung zulässig. Die Kriterien weichen von den Freistellungskriterien der EU-Richtlinie ab. In den meisten Fällen weisen Mineralwollefasern, die den deutschen Freistellungskriterien entsprechen, eine noch höhere Biolöslichkeit als Fasern auf, die den Freistellungskriterien der EU-Richtlinie entsprechen. 

Zur Zertifizierung dieser deutschen Freistellungskriterien kann einem Hersteller das RAL-Gütezeichen verliehen werden. Für die Verleihung dieses Gütezeichens ist die Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. (GGM) zuständig, welche überprüft, ob der Hersteller der Mineralwolle die hohen Anforderungen erfüllt. Produkte, die das RAL-Gütezeichen tragen, sind von dem Verbot der chemikalienrechtlichen Verordnung befreit. Das Gütesiegel gibt zudem an, dass die Qualität und Sicherheit der Produkte von unabhängigen Dritten überprüft wurde.

Alle von Paroc hergestellten Steinwolleprodukte erfüllen nicht nur die Anforderungen des EUCEB, sondern auch die Kriterien der RAL-Gütegemeinschaft Mineralwolle.

Tipps für den Umgang mit Mineralwolle:

Trotz der nicht vorhandenen Krebsgefährdung bei Verwendung von Steinwolle sind dennoch einige Hinweise für den Umgang mit dem Dämmstoff notwendig. Folgendes ist bei Verarbeitung von Steinwolle zu beachten:

Verwendung von Schutzhandschuhen

  • Geschlossene, den Körper deckende Schutzkleidung tragen 
  • Verpackung der Dämmstoffe erst am Arbeitsplatz öffnen 
  • Kein händisches Abreißen der Steinwolle (Nutzung von Messern oder Scheren)
  • Auf ausreichende Belüftung achten
  • Werfen der Steinwolle vermeiden